Denkst du an Kambodscha, denkst du in erster Linie sofort an die beeindruckenden Tempelanlagen von Angkor und den wohl bekanntesten Tempel überhaupt, Angkor Wat. Und vielleicht auch an Siem Reap, den Ausgangspunkt für die Besichtigungstouren. Neben den Tempeln erwarten dich dort noch weitere Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten.

4 Tipps für Siem Reap:

Freudiges Wiedersehen

Unsere Reise beginnt am Flughafen in Bangkok, mit einem freudigen Anlass. Der Ankunft meiner Frau Doris. Gemeinsam wollen wir ein Monat Kambodscha, Laos, und wenn Zeit bleibt, noch den Norden Thailands bereisen. Seit über 3 Monaten haben wir uns nicht mehr gesehen und die Wiedersehensfreude war groß.

Dank moderner digitaler Kommunikationstechnik (WhatsApp und Skype sei Dank) konnten wir fast täglich telefonieren, dadurch hat uns die räumliche Trennung nicht ganz so zugesetzt. In Bangkok hielten wir uns nicht lange auf. Wir wechselten den Flughafen und nahmen den nächsten Flieger nach Siem Reap.

TIP: Kostenloser Shuttle Transfer zwischen den Flughäfen Suvarnabhumi (BKK) und Don Mueang (DMK). Wenn du zwischen diesen beiden Flughäfen wechseln möchte, musst du keinen kostenpflichtigen Bus oder gar ein Taxi nehmen. Erkundigt euch einfach an den Informationsschaltern nach dem kostenlosen Shuttledienst der ca. alle 40 Minuten zwischen den beiden Flughäfen verkehrt, die Standorte wechseln ständig. Die Fahrt für die kurze Strecke dauert ca. 1 – 3 Stunden, je nach Verkehrsaufkommen.

Für unseren Aufenthalt in Siem Reap hatten wir uns 12 km außerhalb des Zentrums in der Angkor Elysium Suite eingemietet. Die Hotelanlage verfügt über einen Pool und einen kostenlosen Shuttledienst, für die Abholung vom Flughafen und für Trips in die Innenstadt. 

Angkor Elysium Suite, Siem Reap, Kambodscha
Ankgor Elysium

Hot in the City

Die Preise für Unterkünfte waren aufgrund der Nachsaison sehr niedrig. Einen Nachteil hat es aber Ende März zu reisen: es ist höllisch heiß. Das sollten wir bei unserer weiteren Tour noch leidvoll erfahren.

Vor über 10 Jahren habe ich Siem Reap schon einmal besucht, damals kam ich für 2 Tage auf einem Kurztrip aus Bangkok ins Land. Ich war schon sehr gespannt, wie ich die Tempelanlagen diesmal wahrnehmen würde. Beim ersten Mal war ich extrem beeindruckt von der schieren Größe des Haupttempels Angkor Wat.

Old Market

Vorerst besuchten wir zur Akklimatisierung die Innenstadt von Siem Reap. Ich war die hohen Temperaturen schon ein wenig gewohnt aber Doris kam gerade erst aus dem kühlen Europa in den feuchtschwülen Tropen an und kämpfte außerdem noch mit ihrem Jetlag. Wir suchten uns ein Straßenlokal am Siem Reap River, unweit des Old Markets, dem Ausgangspunkt des Nachtlebens der Stadt. Essen ist in diesen Straßenlokalen gut und günstig. Die kambodschanische Küche ähnelt den Küchen Thailands und Vietnams.
Adresse und Standort

Skorpion oder vielleicht doch Schlange?

Pub Street

War das schön, wieder als Paar gemeinsam unterwegs zu sein. Wir schlenderten über den alten Markt ins Zentrum des Nachtlebens Siem Reaps, in die Pub Street. Diese Straße mutete nicht zufällig wie eine Kopie der Khao San Road in Bangkok an. Unzählige Bars, Restaurants und Diskotheken buhlten lautstark um die Gunst von Touristen aus Europa, China, Japan und Korea. Irgendwo war immer gerade Happy Hour. Mit einem kühlen Cocktail genossen wir auf der Dachterrasse eines Pubs den Ausblick auf den bunten Trubel zu unseren Füßen.
Adresse und Standort

Pub Street, die Partymeile

Für den nächsten Tag mieteten wir ein Motorrad, um uns einige Attraktionen in Siem Reap anzusehen.

Tipp Motorrad ausborgen: Die Motorradmiete in Siem Reap ist teurer als im Rest des Landes. Für einen Roller zahlst du pro Tag $12,– – $15,–. Normal beträgt die Miete um die 6 – 7,– pro Tag. Vorsicht: die Tempelanlagen von Angkor dürfen mit Motorrädern nicht angefahren werden. Polizeikontrollen lassen nur lokale Guides und Fahrräder durch.

Mit dem Fahrrad um die Welt

In der Stadt trafen wir eine vierköpfige Familie, die am Rasen im kühlen Schatten eines Baumes rasteten. Daneben standen ihre mit schweren Packtaschen beladenen Fahrräder. Das weckte meine Neugier und ich sprach die Familie an. Es stellte sich heraus, dass das französische Paar mit ihren beiden Kindern, 10 und 14 Jahre alt, für ein halbes Jahr die Welt radelnd bereiste. Südamerika hatten sie schon hinter sich und in Südostasien waren sie auch schon seit einem Monat unterwegs.

Sie unterrichteten ihre schulpflichtigen Kinder selbst und genossen die gemeinsame Zeit als Familie auf ihrer Weltreise. Sie schafften es, sich selbst bei dieser Affenhitze, es hatte um die 40 Grad, zum Fahrradfahren zu motivieren und wirkten sichtlich wohl gelaunt.

Uns war schon auf dem Mofa wahnsinnig heiß. Radfahren, no way. Als ich dachte es ist ein Abenteuer, allein für ein Jahr den Globus zu bereisen, lag ich falsch. Wahre Helden sitzen bei Wind, Wetter und Hitze am Fahrrad, gemeinsam mit ihrer Familie.

Angkor National Museum

Erste Station war das Angkor Nationalmuseum. Dankbar flüchteten wir in die klimatisierten Hallen des sehr gut kuratierten Museums. Es beleuchtet, nach modernsten, museumspädagogischen Kriterien die Geschichte und Kultur des Khmer-Reiches von Angkor. Du findest dort wichtige Fundstücke zahlreicher Tempelanlagen aus der gesamten Region. Modelle der bedeutendsten Tempelanlagen sind hier zu bestaunen und wir konnten uns vorab eine sehr gute, theoretische Grundlage für die am nächsten Tag geplante Besichtigungstour schaffen. Besonders beeindruckte uns der Raum wo es 1000 Buddhastatuen, aus unterschiedlichsten Epochen, in zahlreichen Größen und Stilen zu sehen gab. Die Ausstellung wird immer wieder durch Multimediashows aufgelockert. Das Museum hat uns dermaßen gefesselt, das wir statt einer Stunde, wie ursprünglich geplant, insgesamt 4 Stunden darin verbrachten.
Adresse und Standort

Der Run ums Ticket, oder wie du deinen Angkor Pass bekommst

Elephant Bar – Stilvoll Cocktail trinken!

Bereits am Eingang war klar, dieser Ort ist anders. Anders als die Bars in der lauten Pub Street mit ihren bunten Lichtergirlanden und dröhnenden Lautsprechern. Beim Betreten schien leise, jazzig angehauchte Klaviermusik uns eine Botschaft zu vermitteln: Komm herein und entspanne dich. Ein freundlicher Angestellter, weiß gekleidet im kolonialen Stil der 20er Jahre, führte uns an der Rezeption vorbei zu unseren Plätzen.

Wir fühlten uns in eine andere Zeit versetzt, als wir unter einem leise surrenden Deckenventilator auf der wuchtigen Ledercouch an einem Tisch aus Teakholz Platz nahmen. Du sitzt umringt von Palmwedeln, antiken Elephantenstosszähnen und geschmackvoll gerahmten Ölbildern aus einer anderen Epoche. Wenn du dir einmal etwas gönnen möchtest, dann gönne dir einen Drink mit Klavierbegleitung in der Elephant Bar. Diese befindet sich im altehrwürdigen Grand Hotel D’Angkor, unweit des Zentrums.

Das in den 1930er Jahren erbaute Luxushotel wurde durch den Bürgerkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen, danach aber von Hotelgruppe Raffles originalgetreu und liebevoll renoviert. Heute erstrahlt es wieder im prunkvollen Flair der Kolonialzeit. Der perfekte Ort, um um nach anstrengenden Besichtigungstouren zu chillen und einen kühlen Cocktail zu genießen.
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Wir wollten ursprünglich noch die lokalen Killing Fields besuchen, die Hinrichtungsstätten und Todeslager des berüchtigten Regimes der Roten Khmer. Diese haben die zweifelhafte Großtat vollbracht, beinahe ein drittel der eigenen Bevölkerung auszulöschen.

Aufgrund der mittlerweile späten Tageszeit und der Hitze haben wir beschlossen, dies auszulassen. Wir würden im weiteren Verlauf unserer Reise die Killing Fields in Phnom Penh besuchen. Was ich noch nicht wissen konnte, es sollte eines der eindrucksvollsten Erlebnisse meiner Reise werden.

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen. Der Sonnenaufgang in Angkor Wat wollte bestaunt werden.

Siem Reap – gibt es da noch eine Stadt neben Angkor Wat?
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Martin Wieser

Ich bin Martin. Im zarten Alter von 49 Jahren habe ich beschlossen eine Auszeit zu nehmen, meinen Job gekündigt um mal ein Jahr die Welt zu erkunden. In meinem Blog beschreibe und bebildere ich meine Erlebnisse. Und ich habe eine Mission: deine Reiselust zu wecken.

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