Der dichte Regenwald um Leticia lockt mit seinen Attraktionen. Die Tierwelt Amazoniens mit Piranhas, Jaguaren und unzähligen Vogelarten. Schamanen geben traditionelles Wissen weiter, Bürgermeister wollen gewählt werden und Drogenschmuggler treiben ihr Unwesen.

Wir kommen am gerade 14 Tage zuvor eröffneten neuen Airport von Leticia an und werden von unseren Tourguides bereits erwartet. Leticia liegt im Dreiländereck, wo Brasilien, Peru und eben Kolumbien aufeinander treffen. Auf der Landkarte sieht das Ganze aus wie ein künstlich aufgemalter Verbindungskorridor von Kolumbien ans nördliche Ufer des Amazonas. Mit dem Korridor von Leticia hat Kolumbien einen Zugang zum zweitlängsten Fluss der Welt. Genau dort wollen Doris und ich den Dschungel erkunden.

Flugzeugdefekt

Bevor es losgeht, hatte unser Dschungelabenteuer aber einen holprigen Beginn, und das bereits bei unserem Aufbruch in Bogota. Kurz nach dem Start vernehme ich ein komisches Geräusch, da dürfte irgendwas kaputt sein, denke ich, halte den Gedanken aber zurück, will ja niemanden beunruhigen. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit. Und tatsächlich, ein paar Minuten später kommt die Durchsage, dass wir zurück nach Bogota müssen. Eine Turbine ist defekt. Doris ist jetzt auch ein wenig unrund, aber die restlichen Passagiere, hauptsächlich Kolumbianer, sind komplett unbeeindruckt. Dürfte nicht das erste Mal sein, dass sie so etwas erleben.

Ich habe überhaupt das Gefühl, dass Südamerikaner im Allgemeinen entspannter sind als wir. Es fällt selten ein lautes Wort und sollte einmal etwas nicht so funktionieren wie geplant, dann hörst du fast immer „Tranquillo!“, also beruhig dich oder ganz ruhig.

Die Landung in Bogota verläuft ohne böse Zwischenfälle. Nach Verlassen des Flugzeugs dürfen wir eine Stunde später wieder an Bord. Der Defekt wurde behoben und wir heben nochmals hoffnungsvoll ab. Diesmal kommen wir auch in Leticia an.

Welcome to Leticia

Am Flughafen begrüßen uns der Inhaber von Amazontouroperadores, Fabio sowie Gerardo, unser Guide für die nächsten 4 Tage. Ich habe zwar in Medellin fünf Wochen spanisch gepaukt, bin aber heilfroh einen englisch sprachigen Guide zu haben. Für eine wirklich fließende Konversation reicht es bei weitem noch nicht.

Wir verteilen das Gepäck aus unseren Rucksäcken und lassen den Großteil in Leticia zurück. Danach fassen wir den wichtigsten Ausrüstungsgegenstand für die nächsten 3 Tage aus: ein Paar Schweiss treibende Gummistiefel.

Bevor es endgültig los geht, fehlt noch etwas: Mittagessen. Wir stärken uns in einem peruanischen Lokal, angeblich dem besten der Stadt, mit einer schmackhaften Ceviche – einem Sushi ähnlichen Fischgericht, bestehend aus in Zitronensaft eingelegtem rohen Fisch und Kräutern. Danach geht es endlich raus aus der Stadt, Richtung Dschungel.

Unterwegs mit dem künftigen Bürgermeister von Leticia

Es stellt sich heraus, dass unser Fahrer ein Anwärter für das Amt des Bürgermeisters von Leticia ist. Die Heckscheibe seines Vans ist mit einem Wahlplakat beklebt: Pablo Ferrero – Bürgermeister. Auf dem Bild hält er den Daumen siegessicher hochgestreckt, mit staatsmännischem Blick. Ich hätte ihn nicht erkannt, so anders wirkt das Foto. Gerardo erzählt uns, dass Pablo Bürgermeister werden möchte und auf die Frage nach seiner Motivation für dieses Amt erklärt er lakonisch: Der Posten ist gut dotiert und er möchte nicht mehr andere Leute durch die Gegend kutschieren. Und für Gerardo fällt bei einem Wahlsieg vielleicht auch ein lukrativer Posten ab. Er lächelt dabei schelmisch. Wundersames Südamerika.

Künftiger Bürgermeister von Leticia?
Pablo, ganz rechts – der künftige Bürgermeister von Leticia?

Ich bemerke die vielen Wahlplakate am Wegesrand. Alle lächeln sie mehr oder minder zuversichtlich auf das Wahlvolk herab und versprechen, der beste Kandidat für die Stadt zu sein. Pablo hat jede Menge Konkurrenz, es gibt an die 70 Kandidaten für dieses Amt. Die Wahlplakate sind von unterschiedlicher Qualität und teilweise lustig anzusehen. Bei einer Kandidatin ragt noch der Arm ins Bild, mit dem sie ihr Handy für das Selfie hält. Wie genial.

Regen zieht auf

Kurz außerhalb der Stadt, an einem unscheinbaren Trampelpfad, hält der hoffnungsvolle Bürgermeister in spe seinen Van und entlässt uns mit Gerardo in den Wald. Von weitem sehen wir bedrohliche dunkle Wolken aufziehen. Und wirklich, ein paar Minuten später beginnt es heftig zu regnen.

traditionelles Haus im Dschungel von Leticia

In einer knappen Stunde erreichen wir tropfnass unser Lager im Wald, und sind beeindruckt. Unsere Unterkunft für die Nacht ist ein riesiges, mit Palmblättern bedecktes, traditionelles Haus. Es ragt fast 15 Meter in den Himmel und empfängt uns mit einem wärmenden Holzfeuer.

Übernachten im Haus des Schamanen

Der alte Schamane William, vom Stamm der Witoto, begrüßt uns herzlich. Er ist eine sympathische Erscheinung, gekleidet in ein legeres Baumwollhemd und Jeans und natürlich, die im schlammigen Amazonas obligatorischen, kniehohen Gummistiefel. Er lächelt uns an und mit einem freundlichen Bienvendio deutet er uns, an der Feuerstelle Platz zu nehmen.

Schamane Wiliam
Wiliam

Nach dem Abendessen erzählt er uns, am angenehm knisternden Lagerfeuer, den Schöpfungsmythos seines Stammes. Lagerfeuerromantik pur. Sein Stamm ist klein geworden, es sind nicht mehr viele Mitglieder übrig. Er wohnt mit seinem Sohn und dessen Frau in der riesigen Hütte. Der Rest seines Volkes hat das Leben im Wald aufgegeben, ist nach Leticia oder Bogota gezogen, geht dort einer geregelten Arbeit nach oder lebt in einem der Armenviertel, von der Hand in den Mund. Nicht jeder schafft es, ein besseres Leben zu beginnen.

Ein Volk verschwindet

Von Gerardo erfahren wir später, dass in der Gegend um Leticia ursprünglich 200 indigene Stämme die Wälder besiedelten, davon gibt es heute gerade noch 30. Auch sein Volk hat sich aufgelöst. Er selbst kann gerade noch ein paar Brocken seiner Muttersprache, welche er immer seltener benötigt. Bald wird auch diese Sprache verschwunden sein. Der Rest seiner Gesellschaft ist in alle Winde zerstreut, die Traditionen mehr oder weniger vergessen.

Seine Schwester wohnt in den Vereinigten Staaten wo sie mit einem Amerikaner verheiratet ist. Keine 10 Pferde bringen sie zurück in den Dschungel ihrer Vorfahren, meint er. Klar, wenn du einmal das Luxusleben genossen hast, bist du nicht mehr bereit dein schönes Haus mit Kabel TV, Einbauküche, Badezimmer und gemütlichem Wohnzimmersofa gegen eine Strohhütte im Dschungel, mit Plumpsklo und Regenwasserzisternen zu tauschen.

Nachtwanderung

Nach dem Essen gibt es noch eine Nachtwanderung, in der unmittelbaren Umgebung des Hauses. Durch den starken Regen wirkt der Wald wie ausgestorben. Weder Spinnen, Skorpione noch Schlangen sind zu sehen, bei dem Sauwetter will wirklich keiner raus. Einzig ein paar Frösche queren unseren Pfad und verschwinden fluchtartig aus dem Kegel unserer Stirnlampen. Unverrichteter Dinge geht es zurück zum Haus.

Die Abendtoilette erledigen wir an einem großen mit Regenwasser gefüllten Plastikbehälter im Freien, gleich neben den Plumpsklos. Schlafen dürfen wir in Hängematten, das ist sehr bequem und wir mützen umgehend ein.

Morgenstund

Am nächsten Morgen sind wir schon früh auf. Unser am Vortag nass gewordenes Gewand trocknet schnell in der heißen Morgensonne. Nach dem Frühstück nimmt uns Gerardo mit zu einem nahe gelegenen seichten Fluss. Es ist Trockenzeit und der Wasserstand ist niedrig. Laut Plan sollten wir mit Bambusruten Fische fangen, aber aufgrund des Niedrigwassers müssen wir dieses Vorhaben aufgeben. Stattdessen werfen wir uns in unsere Badeklamotten. Es ist mittlerweile ziemlich heiß geworden, und wir springen in das angenehm kühle Wasser. Schwimmen im Amazonasregenwald, einfach herrlich.

Dann geht es zurück ins Lager, wir ziehen wieder die kniehohen Gummistiefel an – mittlerweile hasse ich diese schweißtreibenden, unbequemen Dinger.

Taranteln streicheln?

Gemeinsam mit William machen wir uns auf die Suchen nach Taranteln. Nachdem wir gestern Nacht nicht erfolgreich waren, starten wir einen neuen Anlauf. Gerardo und William stochern mit Grashalmen in verdächtig aussehenden Erdlöchern, um die Spinnen herauszulocken. Und endlich, nach 5 erfolglosen Versuchen klappt es. Ein zwei Handteller großes Prachtexemplar kommt aus ihrer Erdhöhle und wird mit Gerardos Messer, welches den Eingang blockiert, davon abgehalten wieder abzuhauen. In einer Abwehrreaktion speit sie ihr Lähmungsgift auf das Buschmesser. Dieser Vorgang erschöpft das Tier dermaßen, dass es sich gefahrlos hochheben lässt.

Tarantel auf dem Kopf des Authors
Hab ich was am Kopf?

Auf die Frage ob wir die Spinne nicht in die Hand nehmen möchten, reagieren wir sehr verhalten. Doris ist die mutigere von uns beiden, und schon sitzt das große Tier auf ihren ausgestreckten Händen. Ganz wohl ist ihr sichtlich nicht dabei, sie wimmert leise: „Es reicht, bitte wieder wegnehmen“. Danach bin ich an der Reihe. Ehe ich mich versehe, klettert das riesenhaft wirkende Wesen sogleich mein Hosenbein hoch und turnt zum Abschluss auf meinem Kopf herum. Ein seltsames Gefühl, aber der Ekel verschwindet schnell, es bleibt eine respektvolle Faszination für dieses achtbeinige Prachtexemplar.

Tarantel auf Doris Handfläche
Bitte jetzt wieder wegnehmen …

Am Vortag haben wir noch darüber gesprochen, eine Tarantel zu essen. In einer Dokumentation habe ich einmal gesehen, wie die Tiere in Bananenschalen gewickelt am Feuer gegrillt werden. Danach wurden sie geschält und das weiße Fleisch mit sichtlichem Genuss verzehrt. Da ich das Tier aber irgendwie lieb gewonnen habe, immerhin hat es mich nicht gebissen, sehen wir davon ab und lassen es unbehelligt wieder in ihrem Erdloch verschwinden.

Nachdem wir uns von William und seiner Familie verabschiedet haben, stapfen wir über einen schmalen Pfad aus dem Wald. Pablo, der eventuell künftige Bürgermeister, erwartet uns bereits.

Aufbau des Nachtlagers

Ein paar Kilometer weiter betreten wir wieder den Wald und erreichen nach einem längeren Fußmarsch unser Nachtlager. Zuerst fehlt mir die Vorstellungskraft, wie wir an dieser unscheinbaren Stelle übernachten sollen. Es gibt einen provisorischer Holztisch mit zwei spartanischen Sitzbänken (ein dünner Ast auf zwei Stelzen) und Gestänge für die Hängematten, eine kleine Feuerstelle und das war es schon.

Nachtlager im Dschungel bei Leticia
Nachtlager im Dschungel

Wir warten auf den Proviant für das Abendessen und hängen in Zwischenzeit die Hängematten und Moskitonetze auf. Langsam zeigt unser Lager das gewünschte Bild. Jetzt kann ich es auch sehen, hier können wir übernachten.

Nachtlager im Dschungel bei Leticia

Am Abend erzählt uns Gerardo Geschichten von früheren Touren. Eine ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Sie zeigte, dass es im harmlos aussehenden Wald durchaus gefährlich werden kann.

Tragischer Unfall

Jaguare streifen durch den Wald auf der Suche nach Beute, die Wildkatzen können auch Menschen gefährlich werden. Vor 10 Jahren hat sich im selben Lager ein tragischer Vorfall ereignet. Ein chinesischer Tourist verließ seine Hängematte um kurz auszutreten. Es war ungefähr 4 Uhr morgens und noch dunkel. Als seine Freunde etwas später aufstehen, merken sie, dass ihr Freund fehlt. Sie sehen stattdessen in einiger Entfernung den Kegel seiner Taschenlampe starr in den Himmel leuchten. „Das ist seltsam“, denken sie und wecken Gerardo. Gemeinsam sehen sie nach und machen eine grausige Entdeckung. Der Jaguar hat den jungen Mann mittels Genickbiss getötet und bereits Teile seines Oberkörpers verspeist.

Dazu muss man wissen, wenn dich ein Jaguar im Urwald entdeckt, hast du fast keine Chance. Sie meiden zwar Gruppen, ein einzelner Mensch wird aber als leichte Beute angesehen und attackiert. Die Polizei wurde informiert und der Jagur später gejagt und erschossen. Wenn so ein Tier einmal Menschenfleisch gekostet hat, ist es ein unkalkulierbares Risiko.

Diese Nacht vermeide ich es, meine Hängematte zu verlassen. Der Gedanke, als Jaguarfutter zu enden, unterdrückt sehr effektiv meinen Harndrang.

Kokaanbau im Dschungel

Es gibt von offizieller Seite erlaubten, traditionellen Kokaanbau. Koka wird aber auch illegal in der Region angebaut, Drogenbarone treiben ihr Unwesen. Viele junge Menschen lockt die Perspektivenlosigkeit ihres Daseins in die Arme der Drogenkartelle. Das schnelle Geld verführt die armen Leute und das System der Anwerbung ist sehr ausgefinkelt.

Wenn ein Schmuggler erwischt wird, kennt er nur den Mann der ihn angeworben hat. Und dieser nur denjenigen, der ihn angeworben hat u.s.w. Die Kette dieser Hierarchie besteht aus bis zum 15 Leuten und kann maximal bis zu drei Hintermänner zurückverfolgt werden.

Die großen Fische gehen der Polizei also nie ins Netz, die Gefängnisse werden von jungen Schmugglern der untersten Hierarchien bevölkert. Wird einer geschnappt, ist das für das Geschäft kein Problem, es wartet schon der nächste arme Hund auf seine vermeintliche Chance. Und so geht der Handel ungestört weiter.

Die Strafen für Schmuggel sind drakonisch. Wenn du „Glück“ hast und in Kolumbien erwischt wirst, geht es für 8 Jahre ins Gefängnis. Wirst du aber in Peru erwischt, geht es für 35 Jahre in den Bau. Gerardos älterer Bruder erlag ebenfalls der Verlockung und wurde zu seinem Pech in Peru geschnappt. Wenn er das Gefängnis verlässt ist er ein alter Mann.

In der Trockenzeit (sic) ist hier alles überflutet

Am nächsten Morgen bauen wir nach dem Frühstück unser Lager ab und wandern Richtung Straße. Es ist drückend heiß und die Rucksäcke lasten schwer auf unseren Rücken. Vogelgekreische begleitet uns auf unserem Weg, wir werden argwöhnisch beobachtet. Wir stapfen über sumpfiges Gelände, immer wieder zieht uns der tiefe Morast fast die Stiefel aus. Nur mühsam können wir über schmale, am Boden ausgelegte Holzplanken balancieren. Unweit einer neu angelegten Betonpiste lichtet sich der Wald und wir wandern durch ein kleines Dorf, wo der Bürgermeister in spe uns bereits erwartet.

Baden im Amazonas

Einige Kilometer weiter werden wir wieder ausgesetzt und stapfen entlang des jetzt ausgetrockneten Schwemmlands durch hüfthohes Gras unserem Ziel entgegen, dem Amazonasresort Flor de Loto. In der Regenzeit von Februar bis Mai tritt der Amazonas über die Ufer. Bis zu 25 Kilometer außerhalb seines jetzigen Flussbetts ist das Gebiet überschwemmt und nur mit Booten passierbar. Jetzt sprießt dort Gras und wir beobachten die vielfältige Vogelwelt, die in den Baumwipfeln sitzt oder in großen Schwärmen über den Himmel zieht.

Amazonas bei Leticia

Im Ressort angekommen, wollen wir uns sofort in die braunen Fluten der seichten Lagune davor stürzen. In diesem kleinen Seitenarm des Amazonas sind wir aber nicht alleine.

Am Nachmittag werden wir hier Piranhas fischen. Uns wird versichert, dass ein Bad vollkommen unbedenklich ist und obwohl uns ein bisschen mulmig zumute ist, wagen wir den Sprung ins kühle Nass. Wir sind die einzigen, die im Wasser herumtollen und das macht uns misstrauisch. Aber wir kommen heil aus dem Wasser und werden nicht angeknabbert.

Piranhas fischen

Das Erlebnis, mit einfachen Bambusruten Fische zu fangen, ist spannend. Kleine zerstückelte Hühnerhaut wird als Köder auf einen Haken gehängt, die Rute ausgeworfen und schon Sekunden später macht sich ein Zucken an der Angelschnur bemerkbar. Jetzt heißt es die Ruhe bewahren und erst nach ungefähr einer Sekunde, mit einem schnellen Ruck die Rute anzuheben.

Magere Ausbeute

Die ersten Versuche schlagen fehl, doch irgendwann sind wir erfolgreich. Die Ausbeute des Angelausflugs ist aber, gelinde gesagt, mager. Von insgesamt 5 Piranhas die wir aus dem Wasser fischen, sind gerade zwei groß genug, um verspeist zu werden. Die kleineren werfen wir sofort wieder ins Wasser zurück.

Kommt ein Vogel geflogen

Zum Sonnenuntergang begeben wir uns an den Amazonas und auf dem Weg dorthin setzt sich unvermutet ein halb zahmer Ara auf meine Schulter. Zuerst bin ich etwas erschrocken, ist ja doch ein Riesentier, dann bin ich fasziniert. Als mich der Kerl mit seinem riesigen Schnabel in die Stirn kneift, ist es mit der Faszination schnell vorbei. Das tut ganz schön weh und ich habe Mühe den prächtigen Brutalo zu verscheuchen.

Ara auf der Schulter des Authors
noch ist alles gut …
… jetzt hat es ein bißchen weh getan.

Soll ein Zeichen der Zuneigung sein, meint Ricardo. Okay, dann lieber ohne Zuneigung. Mit einer leicht geröteten, schmerzenden Stirn sehe ich dann der Sonne beim verschwinden hinter der Urwaldkulisse zu.

Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende und nach zwei Nächten in Hängematten ist heute ein weiches Bett angesagt, und endlich wieder eine heiße Dusche. Und was noch viel wichtiger ist: die Gummistiefel haben jetzt endgültig ausgedient.

Im Dreiländereck

Am nächsten Morgen setzen wir über den Fluss und besuchen den kleinen Ort Santa Rosa, im peruanischen Teil des Dreiländerecks. Dort trinken wir ein erfrischendes Inkacola (eigenartiger Kaugummigeschmack) bevor es weiter nach Leticia City geht.

Die Stadt hat nicht allzu viel zu bieten. Wir besuchen einen Markt, werden vom Bürgermeisteranwärter Pablo über die brasilianische Grenze gefahren, kaufen etwas Schokolade und nach dem Mittagessen (es gibt köstliche Ceviche) geht es zum Flughafen.

Markt in Leticia
Markt in Leticia

Mit Gerardo tausche ich beim Abschied noch Social Media Daten aus, möchte in Kontakt bleiben. Ich muss nämlich unbedingt wissen, ob es Pablo schlussendlich zum Bürgermeister geschafft hat.

Meine Tipps für deinen Leticiaaufenthalt

Anreise

Die Anreise erfolgt von Kolumbien ausschließlich auf dem Luftweg über Bogota. Täglich gehen mehrere Flüge von Avianca und LATAM zum nach Leticia.

Unterkünfte in Leticia

Falls du vorhast, etwas länger in Leticia zu bleiben findest du hier Unterkünfte in allen Preislagen für deinen Aufenthalt.

Infos und Preise zur Tour

Anreise nach Leticia geht nur über Bogota. Bei der Ankunft werden COP 30.000,– Willkommenstaxe fällig, die an einem Schalter im Ankunftsgebäude zu entrichten sind. Wenn du nach Brasilien weiterreisen möchtest, kannst du hier vom brasilianischen Teil der Stadt weiterfliegen.
Kosten der „Extrem Tour“ betragen 1.244.000,– COP pro Person.
Infos und Kontakt: Amazontouroperadores

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Leticia – 3 Tage im Amazonasregenwald
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Martin Wieser

der Niederösterreicher hat mit 49 Jahren seinen Job gekündigt um mal ein Jahr die Welt zu erkunden. Er beschreibt und bebildert seine Erlebnisse auf dieser Seite und will vor allem eines: deine Reiselust wecken.

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