Kuala Lumpur. Die Hauptstadt von Malaysia lockt mit vielen Sehenswürdigkeiten, wie z. B. den Petronas Towers und den Batu Caves. Bei meiner Anreise mit dem Bus sehe ich schon von weitem die beeindruckende Skyline der Stadt.

Kuala Lumpur überrascht mich, die Stadt ist umgeben von mit Dschungel bewachsenen Hügeln und wirkt sehr sauber für eine Millionenstadt. Selbst der Straßenverkehr wirkt überschaubar und diszipliniert.

Die letzten Kilometer zu meinem Quartier muss ich per Taxi zurücklegen. und erlebe die nächste Überraschung. Eine Taxifahrerin, die erste die ich in Malaysia sehe und noch dazu ohne Kopftuch, bringt mich zum Hotel.

Tipps und wichtige Sehenswürdigkeiten für deinen Aufenthalt in Kuala Lumpur

Regalia Komplex

Ich habe eine Unterkunft über Airbnb im Regalia Komplex gebucht. Der Wohnturm ist 37 Stockwerke hoch und die Apartments werden zum Großteil an Touristen vermietet. Es herrscht ein emsiges Kommen und Gehen, Backpacker aus der ganzen Welt suchen ihre Unterkunft oder ein Taxi zum Flughafen. Nach einer halben Stunde habe ich die Odyssee der Zimmersuche hinter mir und den Check-in Prozess erfolgreich absolviert und falle erschöpft ins Bett.

Tipp: Wenn du hier günstig essen möchtest, meide das Einkaufszentrum in der unmittelbaren Nachbarschaft des Regaliagebäudes und gehe einfach 200 Meter weiter Richtung Innenstadt. Dort findest du günstige indische, chinesische oder malaysische Lokale. Wenn du chinesisch Essen gehst, achte darauf, dass du nicht versehentlich zerkleinerte, gekochte Hühnerfüße bestellst (igitt). Es sei denn du magst zerkleinerte, gekochte Hühnerfüße.

Wenn du chinesisch Essen gehst, achte darauf, dass du nicht versehentlich zerkleinerte, gekochte Hühnerfüße bestellst (igitt). Es sei denn du magst zerkleinerte, gekochte Hühnerfüße.

Hier bekommst du einen € 30,– Gutschein für deine erste AirBnB Buchung.

Eine goße Auswahl an Unterkünfte in Kuala Lumpur findest du hier:

Regalia Komplex, Kuala Lumpur
Regalia Komplex

Schlafen ist aber noch nicht drin, es ist gerade mal 18 Uhr. Es gibt nämlich ein Infinitiypool im 37 Stock des A Blocks – also Badehose angezogen und rauf aufs Dach. Ich steige aus dem Aufzug und bin erst einmal sprachlos. Welch wahnsinnig geiles Panorama tut sich da auf. Prachtvoll leuchtet mir die mit Wolkenkratzern gespickte Innenstadt über die Ränder des Pools entgegen. Es sieht so aus als könntest du von hier bis ins Stadtzentrum schwimmen, einfach nur genial. Auch die berühmten Petronas Towers sind von hier gut zu sehen.

Aussicht vom Infinity Pool des Regalia Komplexes.
Vom Pool direkt in die Innenstadt
Kuala Lumpur bei Nacht vom Regalia Komplex aus gesehen
Kuala Lumpur bei Nacht

Das perfekte Fotoshooting

Ja, das wird das perfekte Fotoshooting, denke ich und hole Kamera und Stativ aus dem Zimmer. Ich bin begeistert von den wechselnden Lichtstimmungen. Nach über einer Stunde, ich bin fast fertig mit den Aufnahmen, bemerkt mich der Security Mann (der hat wirklich schnell reagiert ;-)) und meint, dass fotografieren mit dem Stativ verboten ist. Das kenne ich schon, da hilft kein verhandeln oder diskutieren, aber wie gesagt, ich war eh schon fertig. Die Bilder sind im Kasten, alles gut.

Kuala Lumpur vom Regalia Komplex aus gesehen

Am nächsten Morgen mache ich mich zu Fuß auf dem Weg ins Zentrum. Es ist nicht allzu weit vom Regalia-Komplex entfernt und ich entdecke Städte immer gerne zu Fuß. Die Eindrücke sind einfach intensiver, du riechst, du siehst du hörst die Stadt. Ein Fleischmarkt hat gerade geöffnet und ich muss da mit meiner Kamera natürlich durch. Aber ich muss vorsichtig sein, damit ich in den engen Gängen nicht an irgendeinem Tierkadaver hängen bleibe und meine Trekkingsandalen sind auch nicht wasserdicht. Plumps, schon bin ich in eine Pfütze rein getappt – hoffentlich nur Wasser – denke ich angeekelt, und stapfe weiter.

Ich nähere mich der Innenstadt, die mich irgendwie an das Zentrum von Los Angeles erinnert, nur dass hier keine Obdachlosen auf den Gehsteigen campen. Die Stadt wirkt ungewöhnlich sauber und aufgeräumt. Am Verkehrsaufkommen merkt man, dass die Stadt „nur“ 1,8 Millionen Einwohner hat, es ist schon was los, aber es herrscht zu den Stoßzeiten kein Verkehrschaos, wie ich es aus Bangkok oder Mumbai kenne.

Das Straßenbild ist von Vielfalt geprägt und versprüht einen weltoffenen Charme. Die Bewohner der Stadt sind neben den dominierenden Malaien Nachfahren chinesischen und indischen Einwanderern. Das macht sich auch in der Küche bemerkbar, viele chinesische und indische Restaurants bieten ihre Spezialitäten an. Du bekommst sogar Schweinefleischgerichte, eine Seltenheit im islamisch geprägten Malaysia.

Gewalt in KL?

Auf meinem Streifzug wird es auf einmal unangenehm. Ich beobachte wie in unmittelbarer Nähe von mir ein Mann von zwei anderen bedrängt wird. Zuerst scheint es nur ein harmloser Streit, doch auf einmal beginnen die zwei Männer auf den dritten einzuschlagen. Er duckt sich, hält seine Hände schützend vor sein Gesicht, seine Frau eilt ihm zu Hilfe, lautes Geschrei. Es folgt eine Diskussion, Passanten eilen herbei, sehen zu, keiner greift ein. Es gibt immer wieder Prügel, lautstark redet die Frau auf die Männer ein aufzuhören. Ich weiß nicht wie das Ganze ausgegangen ist, ich will nicht länger Voyeur dieser brutalen Szene sein und gehe. Ich bin nur überrascht, die sanften Malaien auch einmal von der anderen, dunklen Seite zu sehen.

Grübelnd gehe ich weiter Richtung Innenstadt, die Sehenswürdigkeiten von KL möchten entdeckt werden:

Tipp: Vom Flughafen ins Zentrum

Tipp: Vom internationalen Flughafen (KUL) kommst du am schnellsten mit dem KLIA Ekspres nach KL Sentral (55 Ringit). Einfach nach der Gepäckabholung nach den Hinweisschildern Ausschau halten. Die 50 km lange Zugfahrt dauert gerade einmal 28 Minuten, schneller kommst du nicht in die Innenstadt. Von dort fährst du mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Taxi weiter.

Petronas Towers

Ich entdecke eine Busstation der Go KL City Bus Line, einer Gratisbuslinie. Diese Linie verkehrt in der ganzen Stadt, eine gute Gelegenheit sich treiben zu lassen. Einfach nach den rosafarbenen Bussen ausschau halten und einsteigen. Es gibt zwar Busfahrpläne, aber die angegebenen Zeiten stellen eher eine Empfehlung dar, Geduld ist gefragt. Viele Einheimische nutzen diesen Gratisdienst und es kann ganz schön voll werden in diesen Bussen. Ich steige ein und in ein paar Minuten bin ich bei den Petronas Towers, dem eigentlichen Wahrzeichen der Stadt.

Vom Parkkomplex vor dem Wolkenkratzern sieht man die Türme in voller Größe. Einstmals waren sie die höchsten Gebäude der Welt, mittlerweile liegen sie „nur“ mehr auf Rang sieben.

Schon irgendwie beeindruckend, aber auf den Fotos und im Fernsehen wirken sie größer, als wenn man direkt davor steht. Bin ich schon so abgebrüht, dass mich ein 459,1 Meter (okay hab ich gegoogelt) hoher Tower nicht mehr fasziniert? Die Fahrt zur Aussichtsplattform kostet 80,– Ringit. Die Warteschlange war mir aber zu lang und vom schönen Vorplatz mit der gepflegten Gartenanlage inkl. Teichen kann man den Turm auch bewundern. Vom Pooldach des Regalia Wohnkomplexes hab ich die beste Aussicht auf die Türme – kostenlos.

Petronas Towers

Wenn du die lange Warteschlange vor den Ticketschaltern vermeiden möchtest kannst du Tickets für den Besuch der Twin Tower hier online buchen:

Chinatown

Dann geht es weiter nach Chinatown, das ist meistens das bunteste Viertel in einer Stadt, so auch in KL. Rote Lampions hängen an Seilen über den Einkaufsstraßen und leiten mich auf dem Weg ins Zentrum des Viertels. Die Stände hier sind sehr sehenswert, Straßenkünstler malen Portraits für kleines Geld, es gibt gegrillte Kastanien, Luftballons werden verkauft. Zu Essen gibt es in Chinatown natürlich auch genug – mobile Garküchen locken mit vielfältigen Angeboten.

Chinatown

Central Market

Danach komme ich beim Central Market vorbei und kann gerade noch rechtzeitig hinein flüchten, bevor die Regenzeit ihrem Namen alle Ehre macht. Es fängt wie aus Eimern zu gießen an – beste Zeit und bester Ort fürs Mittagessen. Im Inneren des Marktgebäudes gibt es viele geschmackvoll eingerichtete Läden, wo du höherwertige Souvenirs kaufen kannst. Mich interessiert momentan aber nur der in der zweiten Etage gelegene Food Court. Chinesisch, malaiisch, indisch, Westernfood oder Fusionsküche lassen keinen kulinarischen Wunsch unerfüllt. 20 Minuten später bin ich satt und es hat aufgehört zu regnen – gutes Timing.

Central Market in Chinatown, Kuala Lumpur
Central Market

Masjid Jamek

Die Masjid Jamek liegt an einer Flussgabelung, umgeben von Hochhäusern wirkt sie wie ein Relikt aus alten Zeiten. Bei der Masjid Jamek komme ich nochmal in den Regen und beschließe es für den heutigen Tag gut sein zu lassen. Morgen ist auch noch ein Tag, die Stadt wird auf mich warten.

Masjid Jamek, Kuala Lumpur
Masjid Jamek

Die 1909 erbaute Masjid Jamek ist die älteste Mosche der Stadt. Sie liegt eingezwängt zwischen den beiden Flüssen Klang und Gombak. Ihren Status als Nationalmoschee hat sie an die größere und modernere Masjid Negara Moschee verloren. Sie wirkt ein wenig verloren zwischen den Wolkenkratzern, ein Relikt aus einer anderen Zeit und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Batu Caves

Lord Muruga vor den Batu Caves

Am nächsten Morgen mache ich mich auf zu den Batu Caves. Dorthin kommst du ganz leicht mir der S-Bahn Linie Seremban 1. Bei der Endstation steigst du aus und brauchst nur mehr der Menschenmenge zu folgen. Gläubige, indisch stämmige Hindus sowie Touristen aus der ganzen Welt wälzen sich in Richtung des Heiligtums. Allein wirst du hier selten sein, die beste Zeit, um den Menschenmassen auszuweichen sind der frühe Morgen bzw. die Abendstunden.

Aufstieg zu den Batucaves, Kuala Lumpur

Der Eintritt ist übrigens kostenlos. Eine große goldfarbene Statue von Lord Muruga zeigt dir wo es hingeht. Du folgst einfach den zahlreichen Souvenirständen und bist in 2 Minuten auf einem großen Platz. Dort siehst du die steile Treppe mit insgesamt 272 Stufen, die dich aufwärts zur Höhle bringen. Das hält fit, viele der Besucher schnaufen, als sie endlich oben angekommen sind.

Die Kalksteinfelsen in denen sich die Höhlen befinden sind ein Hinduheiligtum und ein kleines Naturwunder, die aus dem stark bebauten Gebiet wie eine Insel herausragen. In den Höhlen befinden sich mehrere Hinduschreine.

Vorsicht diebische Affen!

Du solltest dich vor den überall herumlungernden Affen in acht nehmen. Die frechen Primaten warten nur darauf, dir mitgebrachte Snacks oder Getränke aus der Hand zu reißen. Also Nahrungsmittel am besten gut verpackt im Rucksack oder der Tasche verstauen, dann gibt es mit den Affen keine Probleme.

Im Inneren der Batu Caves

Die Höhle ist wirklich beeindruckend. Sie ist an die 20 Meter hoch und wenn du sie durchquerst, kommst du am anderen Ende zu einem Bereich, wo durch eine Lücke im Felsendach die einfallende Sonne einen Lichtkegel auf die Hinduschreine wirft.

Im Inneren der Batu Caves, Kuala Lumpur

Solltest du zum Thaipusam Fest herkommen, kannst du dich auf einen starken Andrang gefasst machen. Bei diesem Fest werden Gläubige an vielen Körperteilen mit Silberspießen oder Haken durchbohrt. Ein unbedingt sehenswertes Spektakel, siehe mein Bericht zum Thaipusam Festival in Kovalam (Indien).

Masjid Negara

die große Nationalmoschee befindet sich in einem riesigen Park mitten in der Stadt. Bis zu 15000 Gläubige finden in dem 1965 errichteten Gebetshaus Platz. Der Eintritt ist frei und es gibt auch kostenlose Führungen. Beim Eingang bekommen Männer und Frauen, sofern sie nicht den muslimischen Kleidungsvorschriften entsprechen, einen violett farbigen Umhang übergestülpt.

so gekleidet, darf auch ich die Moschee betreten
Masjid Negara, Kuala Lumpur
die gewaltige Gebetshalle
Masjid Negara, Kuala Lumpur
Masjid Negara

Little India

Nach Chinatown wollte ich mir Little India nicht entgehen lassen. Du darfst dir allerdings nicht allzuviel erwarten. Es gibt hier zwei Straßenzüge, die du schnell durch hast. Außer ein paar Shops, aus denen laute Bollywood Musik dröhnt und ein paar Restaurants mit typisch indischen Gerichten gibt es nicht viel zu sehen.

Little India, Kuala Lumpur
Little India

Dataran Merdeka

Am 31. August 1957 wurde auf dem Dataran Merdeka die Malaysische Nationalflagge das erste Mal gehisst und der britische Union Jack endgültig abgelöst. Die britische Kolonialherrschaft war damit offiziell beendet. Heute dient der schöne Rasen des Platzes als Treffpunkt für Jugendliche und als Picknickplatz für Familien. Der höchste Fahnenmast der Welt thront jetzt über diesem Platz.

Kuala Lumpur hat mir gut gefallen, der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt. Nach ein paar Tagen bin ich aber froh die Stadt wieder verlassen zu können, ich bin halt doch kein Stadtmensch. Beim Verlassen des Regalia Komplexes beobachte ich belustigt das bunte Treiben im Eingangsbereich. Backpacker aus der ganzen Welt irren umher und suchen ihr gebuchtes Apartment, so wie ich vor ein paar Tagen.

Bei Recherchen im Netz bin ich auf mein nächstes Ziel aufmerksam geworden und schon sitze ich im Bus Richtung Süden. Die Insel Tioman lockt mit Traumstränden, einem intakten Regenwald und mit interessanten Tauchrevieren.

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Kuala Lumpur – lohnt sich ein Besuch?
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Martin Wieser

der Niederösterreicher hat mit 49 Jahren seinen Job gekündigt um mal ein Jahr die Welt zu erkunden. Er beschreibt und bebildert seine Erlebnisse auf dieser Seite und will vor allem eines: deine Reiselust wecken.

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