Um 7 Uhr morgens traf ich meinen Freund Wolfgang in Bangkok am Flughafen. Welch Freude nach so langer Zeit wieder ein bekanntes Gesicht aus der Heimat zu sehen. Gemeinsam fuhren wir mit dem Taxi ins 200 km südlich gelegene Hua Hin, wo Wolfgang ein eigenes Haus besitzt und wir die nächsten 14 Tage verbringen sollten.

Das älteste Seebad Thailands

Hua Hin ist übrigens das älteste Seebad Thailands. Einen richtigen Aufschwung erlebte das ehemals kleine Dorf im Jahr 1921, mit der Errichtung der Bahnstrecke. Diese verbindet den Ort mit der Metropole Bangkok. In Hua Hin befindet sich auch die Sommerresidenz der königlichen Familie. Der Ort hat eine gute Infrastruktur. Neben Krankenhäusern, Einkaufszentren, Märkten, Restaurants und Bars in allen Preislagen, gibt es eine gute Hotellerie und natürlich schöne, saubere Strände. In der Hauptsaison und am Wochenende, wo viele Thais in das nahe gelegene Seebad strömen, ist jede Menge los.

Aussicht auf die Bucht von Hua Hin vom Monkeytempel, Thailand
Hua Hin vom Monkeytempel betrachtet

Ein Rentnerparadies?

Die gute Infrastruktur und die Nähe zu Bangkok sind auch ein Grund, warum viele Europäer und wohlhabendere Thais hier einen Zweit- oder gar Hauptwohnsitz begründet haben. Aufgrund der vielen Pensionisten, die sich hier und in der näheren Umgebung niedergelassen haben, kann man den Ort durchaus als Rentnerparadies bezeichnen. Ähnlich wie gewisse Gegenden in Florida den vereinigten Staaten.

Thaimassagen

Wolfgang ist mit einer Thai verheiratet, mit der er gemeinsam in Ungarn, nahe der österreichischen Grenze in der Umgebung von Oberwart, erfolgreich einen Massagesalon namens Tschook Di Nuad betreibt. Kann ich übrigens nur sehr empfehlen. Wir haben am Strand von Hua Hin selbst ein paar Massagen genossen und ich war begeistert. Ich hatte wegen einer Schulterverletzung schon zu Hause zahlreich Physiotherapiebehandlungen in Form ausgezeichneter Massagen bekommen. Aus eigener Erfahrung kann ich daher sagen, das eine gute Thaimassage mit einer guten Physiotheraphiebehandlung vom Wirkungsgrad durchaus auf einer Stufe steht.

Wir kamen Anfang März, bereits gegen Ende der Saison nach Hua Hin. Das war für mich geradezu perfekt. Kein Trubel am Strand und die beste Zeit ein wenig zu entspannen. Wolfgang selbst war aber nicht nur zum Entspannen nach Thailand gekommen. Der Hauptgrund war ein trauriger Anlass.

Ein trauriger Anlass

Seine 19-jährige Stieftochter Kanokwam, hatte im Dezember ihre gerade erstmal 2-jährige Tochter, die an einer Lungenentzündung erkrankt ist, verloren. Laut buddhistischem Brauch gibt es mehrere Trauerfeiern. Unter anderem eine, die 100 Tage nach dem Tod stattfand. Und bei dieser Zeremonie wollte Wolfgang dabei sein. Ich war ebenfalls zu den Feierlichkeiten eingeladen.

Wolfgangs Haus in Hua Hin, Thailand
Wolfgangs Haus in Hua Hin

In Hua Hin wurden wir von Kanokwam und deren Cousine, die in ihren Ferien ebenfalls in dem Haus wohnte, begrüßt. Jetzt konnte ich mich erstmals an einen etwas anderen Alltag gewöhnen und einen Gang zurückschalten. Meine bisherige Reise war doch eher gut durchgetaktet. Zum Schluss war ich beinahe jeden dritten Tag in einer anderen Stadt unterwegs und das war mit der Zeit ganz schön anstrengend. Ich musste mich ja erst einmal orientieren und mir folgende Fragen beantworten:

Fragen zur täglichen Routine eines Reisenden

  • Wo fand ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten?
  • Wie komme ich hin?
  • Wo finde ich etwas zu essen?
  • Wo kann ich meine Wäsche waschen?
  • Wohin geht es als nächstes?
  • Welches Quartier buche ich?

All diese Fragen musste ich eine Weile nicht beantworten, und konnte einfach ein paar unbeschwerte Tage verbringen. Nicht das ihr mich falsch versteht. Ich reise wahnsinnig gerne und scheue auch nicht den damit verbundenen Aufwand. Nur nach so einem langen anstrengenden Trip braucht man, um wieder Energie aufzutanken, eine Auszeit von der Auszeit.

Komisches Bild

Anfangs waren wir noch zu viert beim Abendessen in den Restaurants und Nachtmärkten Hua Hins unterwegs. Wir bemerkten aber, dass wir öfters etwas komisch angesehen wurden. Einmal bekam ich mit, wie die beiden Mädchen vom Nachbartisch aus angesprochen wurden, was beide offensichtlich ziemlich verstörte. Ich hatte aber nicht mitgekriegt, worum es in dem Gespräch ging, war aber bald schlauer. Es stellte sich heraus, dass sich dem Betrachter von außen folgendes Bild ergab. Zwei Männer, Ende 40 Anfang 50, waren mit zwei 19-jährigen Thaimädchen unterwegs, darauf hätten wir auch selbst kommen können. Die Leute glaubten, wir seien ihre „Suggardaddies“, also ihre Freier, und machten uns ein schöne Zeit mit unseren gekauften Gespielinnen.

Dieses Bild wollten wir natürlich nicht aufrecht erhalten, und infolge dessen waren die Mädchen in der Stadt nicht mehr mit uns gemeinsam unterwegs. Bei Wolfgangs vergangenen Aufenthalten in Thailand, war das kein Problem, da war neben Wolfgang auch stets seine Frau Pranom dabei, Kanokwams Mutter, und es war eindeutig, dass da eine Familie unterwegs war.

Prostitution in Thailand

Prostitution ist zwar in Thailand offiziell verboten, trotzdem sind in vielen Badeorten und auch in der Hauptstadt Bangkok viele Männer aus dem Westen mit käuflicher weiblicher (oder männlicher) Begleitung unterwegs.

Entspannter Tagesablauf

In Hua Hin gab es nicht viel für uns zu tun. Wir gingen, an den Strand oder an den zur Wohnanlage Anlage gehörenden Pool, genossen einfach das gute Essen auf den Märkten und in den Restaurants. Ein paar mal haben wir uns gemeinsam in der TV-Thek die Satiresendung „Willkommen Österreich“ mit den Komikern Stermann und Grissemann angesehen“. Welch herrliche Abwechslung und ein gutes Mittel, um das aufkommende Heimweh zu besänftigen.

Zwischendurch besuchten wir einige Sehenswürdigkeiten, in der näheren Umgebung.

Was gibt es in Hua Hin zu sehen?

Wat Khao Takiab

Der auf einem Felsen an der Küste errichteten Tempel, hat den Beinamen „Monkeytemple“, aufgrund der dort zahlreich vorkommenden Affen. Die Tiere wurden auch gefüttert und waren Menschen gewohnt. Deshalb hieß es gut auf seine Sachen aufzupassen. Eine Kappe, Brille oder gar ein Eis am Stil sind leichte Beute für die frechen Primaten.

Affen im Wat Khao Takiab, dem Monkeytempel in Hua Hin, Thailand
Unter Affen
Todesmutig unter Affen

Bahnhof von Hua Hin

Der liebevoll restaurierte alte Bahnhof von Hua Hin ist ein beliebtes Fotomotiv. Ursprünglich diente das Bahnhofsgebäude als exklusiver königlicher Pavillion, um den König stilgerecht in seiner nahe gelegenen Sommerresidenz empfangen zu können.

historisches Bahnhofsgebäude in Hua Hin, Thailand
historisches Bahnhofsgebäude

Sam Phan Nam Floating Market

Das ist jetzt kein schwimmender Markt, wie wir ihn erwartet hatten. Es ist eher eine Art Rummelplatz mit Verkaufsständen, einem kleinen See zum Bootfahren und einer Liliputbahn für kleine und große Kinder. Muss man nicht gesehen haben, aber wenn man Zeit zur Verfügung hat, kann man sich das ruhig ansehen. Der Eintritt beträgt für Farangs, so nennen die Thais „liebevoll“ die westlichen Ausländer, 200 Baht.

Eingang zum Floating Market in Hua Hin


Rajabhakti Park

Von der Straße aus haben wir noch den Rajabhakti Park betrachtet. Dort sind die überlebensgroßen Bronzestatuen von 7 thailändischenKönigen aufgestellt. Sonst gibt es dort nicht viel zu sehen. Angeblich wird aber an weiteren Attraktionen im Park gearbeitet.

Statuen der 7 Konige im Rajabhakti Park, Hua Hin, Thailand
Statuen der 7 Konige im Rajabhakti Park

Rattana Phiphat Dharma Practice Place

Einen Geheimtipp will ich euch nicht vorenthalten. In dem zum nahegelegenen Kloster gehörenden Rattana Phiphat Dharma Practice Place, kann man jedes Wochenende, Freitag, Samstag und Sonntag, von 15 bis 19 Uhr, eine von Mönchen betriebene Dampfkräuterkammer besuchen. Es mag zwar etwas seltsam anmuten, in der tropischen Hitze mit der für uns extrem hohen Luftfeuchtigkeit eine Dampfkammer zu besuchen, aber allein das urige Ambiente machen den Besuch wirklich lohnenswert. Es gibt zwei Kammern, jeweils eine für Frauen und Männer. Diese werden von einem Topf mit heißem Kräutersud, bestehend aus Galangal, Zitronengras und noch ein paar weiteren Kräutern, mit Dampf versorgt. Der Topf steht gleich neben den Kammern auf einem offenen, archaisch anmutenden Ofen, der mit Holz befeuert wird. Hauptsächlich Einheimische sind hier anzutreffen, aber auch einige Touristen haben diesen Geheimtipp mittlerweile für sich entdeckt, und nutzten die wohltuenden Kammern zur Entspannung.

Rattana Phiphat Dharma Practice Place
Mönch schürt das Feuer für die Erhitzung des Kräutersuds
rauchender Mönch im Rattana Phiphat Dharma Practice Place, Hua Hin, Thailand
rauchender Mönch

Auf in den Norden

Die unbeschwerten Tage vergingen wie im Flug und wir machten uns bereit, die Begräbniszeremonie bei der Familie von Kanokwams Vater zu besuchen. Es ging in die Provinz Pak Chong, nordwestlich von Bangkok.

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Hua Hin – entspannte Tage und ein trauriger Anlass
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Martin Wieser

Ich bin Martin. Im zarten Alter von 49 Jahren habe ich beschlossen eine Auszeit zu nehmen, meinen Job gekündigt um mal ein Jahr die Welt zu erkunden. In meinem Blog beschreibe und bebildere ich meine Erlebnisse. Und ich habe eine Mission: deine Reiselust zu wecken.

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