Georgetown liegt auf der Insel Penang. Die Stadt ist bekannt für ihre Streetart und ihr köstliches Streetfood. Auch die umliegende Insel will erkundet werden, dafür eignet sich am besten ein Ausflug mit einem Leihmotorrad.

Die Fähre nach Georgetown ist gut gefüllt, zu 2/3 mit Reisegepäck und zu 1/3 mit Passagieren. Die Reisekoffer stapeln sich fast bis zur Decke. Unfassbar mit welchem Gepäck die Menschen Langkawi verlassen, denke ich und sehe dabei meinen Riesenrucksack im Koffergewirr verschwinden. Die Koffer sind wahrscheinlich prall gefüllt mit zollfrei gekauften Lebensmitteln und Spirituosen. Alkohol ist in Malysia sehr hoch besteuert und verhältnismäßig teuer – außer auf Langkawi.

Die Reise von Langkawi nach Georgetown dauert gerade einmal 4 Stunden, schade, dass die Fenster mit zerkratzter Folie verklebt sind – keine Aussicht.

Hier geht es zu den 11 must sees für Georgetown und Penang:

UNESCO Weltkulturerbe Georgetown

Ich lande in Georgetown, dem Hauptort der Insel Penang. Die Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe und Touristenmagnet. Ich habe ein Quartier nahe der Altstadt gewählt um auch zu Fuß bequem die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt erreichen zu können. Hier kannst die ein passendes Zimmer finden. Georgtown ist berühmt für seine Street Art, Bilder die an vielen Stellen der Altstadt auf die Häuserwände gemalt wurden.

Ernest Zacharevic

Begonnen hat alles mit den Arbeiten des litauischen Künstlers Ernest Zacharevic. Anlässlich des Georgetown Kultur-Festival im Jahr 2012 hat er 6 Werke beigesteuert und ist damit berühmt geworden. Er hat seine Bilder auf die oft schon desolaten Häuserwände der Stadt gemalt und manchmal mit Alltagsgegenständen kombiniert. So finden sich ausrangierte Fahrräder, Motorräder oder alte, an die Wand gestellte Stühle in seinen Kunstwerken wieder. Zahlreiche andere Künstler haben es ihm nachgemacht und ihre Werke überall auf der Insel an den Wänden verewigt – die meisten davon in Georgetown.

Streetart

Einige Bilder sind schon stark verblichen, andere wurden übermalt oder die Häuser, auf denen sie angebracht waren, wurden abgerissen. Aber so ist das mit Streetart, sie ist etwas Lebendiges. Streetart sind keine Kunstwerke, die mit Alarmanlagen gesichert, in klimatisierten Räumen einer Galerie ausgestellt sind, nur für zahlende Kunden zu besichtigen. Nein, du findest sie im öffentlichen Raum, für Jedermann zugänglich, ungeschützt der Witterung preisgegeben. Streetart entsteht und vergeht. Laufend kommen neue Kunstwerke hinzu, dadurch gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

Hohe Gebäude ragen aus dem Dschungel von Penang

Auf diversen Internetseiten sind die Standorte der Kunstwerke verzeichnet. Bei den Blogger Kollegen von my-road.de fand ich eine von ihnen erstellte Google Maps Karte und habe sie mir einfach aufs Handy kopiert, und schon geht es los. In einer Art Schnitzeljagd habe ich die Standorte abgeklappert, mir die Bilder angesehen und dabei auch zahlreiche nicht in der Karte verzeichnete Werke entdeckt.

Bruce Lee und Katzenbilder

Was da so alles an den Häuserwänden zu finden ist. Sogar ein Bild von Bruce Lee in Aktion habe ich auf einer abblätternden Fassade entdeckt. Auf meiner Tour bin ich natürlich nicht allein, viele mit Kameras bewehrte Touristen sind auf der Suche nach den Bildern und lassen sich davor oder darauf – Stichwort Stühle oder Motorrad – fotografieren. Das Interessante an Streetart ist, dass du mit ihr interagieren kannst, es ist Kunst zum Anfassen. Ich merke wie ich einen richtigen Ehrgeiz entwickle, möglichst viele dieser Bilder aufzuspüren, und der Tag ist dabei schnell um.

Das lausigste Motorrad auf Penang

Am Nachmittag borge ich mir ein Motorrad aus. Es war gar nicht leicht herauszufinden, wo es einen dementsprechenden Shop gibt. In der Chulia Street habe ich endlich Glück – dachte ich zuerst. Das Motorrad hat aber seine besten Zeiten schon längst hinter sich. Bei der ersten Ausfahrt bemerke ich erst, dass der linke Seitenspiegel fehlt und der Hauptständer nur mit Drähten am Motorrad befestigt ist. Bei jeder Kurve macht er sich durch ein lautes Geräusch bemerkbar, wenn er in Schräglage über den Asphalt kratzt. Na gut, aber für 25 Ringit pro Tag (ca. 5 EURO), will ich mal ein Auge zudrücken. In Asien sieht man halt manche Dinge ein wenig lockerer als bei uns. Hoffentlich hält die Gurke eine Inselrundfahrt durch! Vorweg: das Motorrad hat durchgehalten, Probleme gab es erst bei der Rückgabe, aber dazu später.

Fröhliche Mädchen posieren vor der Kamera in Georgetown, Penang
Fröhliche Mädels

Raus aus der Stadt

Vorerst erkunde ich die Insel. In Georgetown ist der Stadtverkehr anfangs noch etwas dichter, aber sobald ich die Stadt verlassen habe, bin ich auf weiten Streckenteilen der Insel allein unterwegs. Es geht die Küste entlang, wobei ich immer wieder an einladenden Stränden vorbeikomme. Viele große Hotelbauten sind dort hingeklotzt worden, obwohl Penang keine klassische Badedestination ist. Du siehst auch kaum Leute im Wasser.

Hochhausbauten mitten im Dschungel auf Penang
Hochhausbauten mitten im Dschungel

In weiterer Folge kommst ich am Tropical Spicegarden vorbei. Falls du unterwegs Hunger bekommst, es gibt zahlreiche Straßenrestaurants, in denen du dich günstig versorgen kannst.

Bei Teluk Bahang verlasse ich die Küste und es geht weiter zum Entopia Butterflypark und auf den Teluk Bahang Dam. Ab dort wird die Straße etwas kurviger. Wenn du eine gute Fahrtechnik hast, kann die Fahrt dort richtig Spaß machen. Vorausschauendes Fahren ist allerdings angeraten. In Kurven kommen mir oft Fahrzeuge auf meiner Spur entgegen.

Entopia Butterfly Park, Penang
Entopia Butterfly Park

Danach komme ich wieder in urbanes Gebiet. Bei Balik Pulau habe ich den Pass Richtung Kek Lok Si Tempel genommen. Ich habe dann noch die Schlaufe Richtung Süden nach Teluk Kumbar an der Südspitze gewählt um auch diesen Teil der Insel zu sehen. Immer wieder sieht man 30-stöckige Hochhausbauten aus dem Dschungel ragen – ein skurriles Bild. Ich bin dann über Teluk Bahang wieder Richtung Norden nach Georgetown gefahren. Die kurvige Straße hat einfach wahnsinnig viel Spaß gemacht, selbst mit diesem miesen Roller.

Kek Lok Si Tempel

Das größte Arschloch Malaysias

Es war an der Zeit mein Motorrad wieder zurückzugeben. Ich betrete den Laden und muss zunächst eine viertel Stunde warten, bis jemand an die Rezeption kommt. Die Leute dort waren sehr unfreundlich und überhaupt nicht hilfsbereit, ein bisher einmaliges Erlebnis in Malaysia. Ich gebe den Helm und Schlüssel ab, und warte auf die Rückerstattung meiner MYR 100,– Kaution. Der Typ an der Rezeption verlangt den Rückgabezettel. Ich hab ihn am Zimmer vergessen und dachte mir nichts dabei, bis jetzt war das nie ein Problem. Auch an anderen Orten habe ich mir schon oft Motorräder ausgebort, gab das Motorrad einfach zurück und bekam die Kaution, anstandslos retour. Hier war das anders.

Er zeigte auf einen Aushang an der Scheibe: „Ohne Couponzettel keine Kautionsrückgabe“. Ich sehe, dass ich so nicht weiterkomme und verlange den Schlüssel zurück, damit ich aufs Zimmer fahren und den Kautionszettel nachbringen kann. Er schaut mich unverblümt an und sagt:“Das Motorrad ist schon ausgecheckt“. Wie jetzt? Ich gebe ihm vor nicht einmal einer Minute den Schlüssel, und jetzt sagt er mir ins Gesicht: „Pech gehabt, schau wo du bleibst“.

Alles diskutieren nutzt nichts, er gibt mir den Schlüssel nicht zurück, ich werde laut, drohe mit der Polizei. Er lacht mich nur aus und meint, ich soll nur gehen. So etwas ist mir überhaupt noch nie passiert. Ich bin wirklich zornig, dreh mich um und verlasse den Drecksladen. Ich hab in diesem Land bis jetzt wirklich die nettesten und freundlichsten Menschen während meiner ganzen Reise getroffen, und gerade eben das größte Arschloch. Okay, was soll es, nicht den Tag verderben lassen, es sind gerade einmal 20 EURO, die ich verloren habe. Schlechte Erfahrung gemacht, abgehakt, weiter geht´s.

Mit der kostenlosen Fähre verlasse ich Penang über das Pangkalan Raja Tun Uda Ferry Terminal in Richtung Butterworth. Gleich in der Fährstation befindet sich auch der Busbahnhof. Du kannst dort ohne Probleme jederzeit ein Busticket kaufen. Falls du lieber vorab reservieren möchtest, kannst du das auf 123go Asia machen. Von dort geht es mit einem sehr bequemen Reisebus (60 Ringit) in 4 Stunden nach Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias.

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Georgetown – Streetfood meets Street Art
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Martin Wieser

der Niederösterreicher hat mit 49 Jahren seinen Job gekündigt um mal ein Jahr die Welt zu erkunden. Er beschreibt und bebildert seine Erlebnisse auf dieser Seite und will vor allem eines: deine Reiselust wecken.

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